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Rawil Romeo – Das Interview

/ 1 Comment / 4647 Aufrufe / 22. Mai 2015

 

11121523_844769032269483_346406321_nWir hatten die Möglichkeit mit Rawil Romeo ein kleines Gespräch über ihn, sein Training und seine Ansichten zu führen. Viel Spaß beim Lesen!

Hallo Rawil, viele Athleten aus der deutschen Cali-Szene kennen dich noch nicht. Mit deinem kürzlich auf Facebook veröffentlichten Transformations-Bild hast du einige Sportler in den Bann des Calisthenics gezogen. Erzähl uns doch erst einmal ein wenig von dir und deiner großen sportlichen Leidenschaft.

Hi David, es freut mich sehr, den Leuten etwas über meine Person erzählen zu dürfen. Ich bin 22 Jahre alt, wohne und komme aus Ingolstadt, studiere hier momentan Internationales Handelsmanagement, arbeite nebenbei in einem kleinen Unternehmen und vertreibe kleingewerblich eine eigene Sportmarke.

Den Box-Sport verfolgt der 22 Jährige seit er 12 ist aus.Im Alter von 12 Jahren habe ich die Leidenschaft zum Sport entdeckt. Ich habe einige Jahre Fußball im Verein gespielt, dazu habe ich auch in einem Box Club aktiv geboxt und konnte unter anderem in der Altersklasse bis 18 Jahre Vizedeutscher Meister im Schwergewicht werden.

Sport war für mich schon immer etwas Besonderes, denn er verbindet Menschen auf eine sehr harmonische Art. Er gibt uns die Chance über unsere Grenzen hinauszuwachsen. In meinen Augen spielt Sport und Bewegung eine sehr große Rolle für uns Menschen, denn es hält nicht nur unseren Körper, sondern auch unseren Verstand gesund und verschafft uns einen Ausgleich zum grauen Alltag im Leben. Disziplin, Ehrgeiz, Respekt und viele weitere Werte verbinde ich mit der Leidenschaft zum Sport.

Sport ist für dich also mehr als nur ein Ausgleich und begleitet dich schon seit dem Kindesalter. Uns interessiert natürlich wie lange du schon Calisthenics machst und wie du überhaupt mit diesem Sport in Kontakt kamst. Gibt es einen Zusammenhang mit dem Box-Sport, in dem ja üblicherweise oft zum zusätzlichen Kraftaufbau mit dem eigenen Körpergewicht trainiert wird?

11350334_844758772270509_1077378414_nBisher mache ich seit einem Jahr und drei Monaten Calisthenics. Bevor ich damit begonnen habe, diesen Sport zu machen, hatte ich mich im normalen Fitnesstraining mit Geräten verletzt und konnte daraufhin einige Monate nicht trainieren.

Da ich mir damals keine Gedanken um eine Gesunde Ernährung gemacht habe, hatte ich relativ schnell zugenommen und bin sehr außer Form gekommen.

Nun der Grund wieso ich zu Calisthenics gekommen bin: Zu meinem 21sten Geburtstag hat mir ein Freund das Buch „Fit ohne Geräte“ von Mark Lauren geschenkt. Zunächst habe ich es erstmal 3 Wochen liegen lassen und nicht einmal reingeschaut, bis ein guter Freund bei mir war und sich dieses Buch leihen wollte.
Er fand das Buch ganz interessant und fing an mit dem eigenen Körpergewicht zu trainieren und schon nach einigen Wochen sah man einen optischen Erfolg, wie ich bemerkt hatte.
Er selbst meinte, das wäre genau was für mich, ich sollte das unbedingt ausprobieren.
Und mit der Empfehlung meines Kumpels habe ich mit einem 10 Wochenprogramm aus diesem Buch gestartet, da ich sehr
unzufrieden mit meiner eigenen 11267341_844769062269480_1705987682_nEin Bild von Rawil bei einem Körpergewicht von 87 kg und einem deutlich höhren Körperfettanteil.körperlichen Kraft und Optik war.

Es hat mich sehr fasziniert und ich habe, im Gegensatz zu den normalen Fitnessübungen mit Geräten, das Interesse an diesem Sport nicht nach ein paar Wochen oder Monaten verloren.
Calisthenics im Bezug auf den Boxsport, den ich ausübe, war mir in der Hinsicht wichtig, da ich zwar schnell und beweglich war, mir jedoch oft die Kraft gefehlt hat. Dieses Kraft-Defizit konnte ich durch regelmäßiges Training mit dem eigenen Körpergewicht ausgleichen und kann schlussfolgernd jedem Kampfsportler ans
Herz legen, Calisthenics mit in den üblichen Trainingsplan einzubauen.

Dein körperlicher Wandel in nur einem Jahr und drei Monaten ist natürlich sehr beachtlich und motiviert andere Athleten, aber auch außenstehende Interessenten zugleich, eigene Ziele nicht zu verwerfen und immer am Ball zu bleiben.
Welches Ziel verfolgst du hauptsächlich mit Calisthenics?

Mein Hauptziel teilt sich in zwei Bereiche.

Ich möchte Calisthenics den Menschen näher bringen und Sie dazu motivieren ihre schlechten Gewohnheiten hinter sich zu lassen und ihr Leben positiv zu verändern.
Was den zweiten Bereich meines Hauptziels angeht, ist es momentan mein Ziel, noch an Muskelmasse aufzubauen und an der körperlichen Optik zu schleifen. Natürlich möchte ich meine Kraft noch erhöhen und einige Calisthenics-Moves lernen. Ich orientiere mich hierbei sehr an dem Calisthenics-Athleten Adam Raw.11311919_844758908937162_1751172954_n

Um mal genauer auf dein Training einzugehen möchten wir natürlich wissen, welche typischen „Moves“ du in diesem relativ kurzen Zeitraum erlernt hast und welche noch auf deiner To-Do List stehen.

Da ich mich momentan eher auf die Basics wie Liegestützen, Klimmzüge und Dips konzentriere habe ich in diesem Zeitraum noch nicht allzu viele Moves lernen können. Momentan beherrsche ich den Muscle Up und einarmige Liegestütze. Jedoch möchte ich in Zukunft darauf hinarbeiten Moves wie Frontlever, Human Flag, Fliegende Liegestütze uvm. zu erlernen.

Die Basics zu perfektionieren, ist eine altbewährte Methodik in der Trainingsgestaltung und ist sowohl für Anfänger als auch Erfahrene eine gute Möglichkeit, um Fortschritte zu machen. Du sagtest, du orientierst dich an Adam Raw. Was genau gefällt dir an diesem weltbekannten Cali-Athleten und inwiefern beeinflusst er dein Training?

Da hast du vollkommen Recht. Adam Raw ist einfach unglaublich. Am besten gefällt mir wohl seine Einstellung zum Sport. Er verfolgt nicht nur das Ziel gut auszusehen und reichlich an Moves drauf zu haben, er möchte vielmehr das Gute in seinem Leben mit den Menschen teilen und tut dies auch durch die Organisation „Sebe Revolta“. Die Leistung die er erbringt und natürlich seine wirklich beeindruckende körperliche Entwicklung sind nicht zu vergessen. Seine Persönlichkeit motiviert mich, in meinem Training noch mehr Gas zu geben, und zeigt mir, wie viel mehr in diesem Sport steckt.

 Wie oft die Woche trainierst du und wie sieht es mit der Ernährung aus? Seine Workouts zieht er im Workout-Park in Ingolstadt durch. Unsere Leser interessiert  natürlich auch wie du trainierst und nach welchem Trainingsschema du deine Workouts durchführst.

Ich trainiere 9 bis 10 mal die Woche, davon habe ich 5 bis 6 Trainingseinheiten, die ich Calisthenics widme, und 3 bis 4  Trainingseinheiten, in denen ich im Verein boxe.
Zudem halte ich mich an einen strengen Ernährungsplan, der mir diese hohe Leistung überhaupt ermöglicht, denn ohne die richtige Ernährung würde das ganze gar nicht laufen.

Ich habe 3 Trainingstage, an denen ich mich auf die Kraftausdauer und somit auf eine hohe Wiederholungszahl konzentriere, und 2 Trainingstage, an denen ich mich auf die Maximalkraft konzentriere. Hierbei nutze ich ein Zusatzgewicht in Form eines Rucksacks, den ich mit Sand befüllt habe, oder einer Gewichtsweste.

Größtenteils habe ich alleine mein Ding durchgezogen, doch mittlerweile kommen immer mehr Leute, die mit mir trainieren wollen, ich bin aber in keinem speziellen Calisthenics Team.

50 KG Lebendgewicht + 10 KG Weste = 60 KG Maxstrenghth-Pushups Du unterteilst also erst einmal dein Training nach Kraftausdauer und Maximalkraft. Erzählst du uns wie ein typisches Training bei dir abläuft? Verfolgst du eine bestimmte Routine oder wie gehst du dabei vor? Uns interessiert natürlich auch wo genau du trainierst.

Richtig, ich unterteile meine Trainingstage in Pushday / Druckübungen, Pullday / Zugübungen , Legday / Beinübungen und die zwei Maximalkrafttage werden auch wieder in Push Maximalkraft und Pull Maximalkraft geteilt.
Ich halte mich an meinen Trainingstagen an eine Abfolge von 4 bis höchstens 5 Übungen. Ich trainiere das ganze Jahr über an einem Workout-Spielplatz und bin somit in keinem Studio angemeldet.

Die Calisthenics-Szene in Deutschland wächst von Tag zu Tag, wie man auf der Fibo vor kurzem gesehen hat und es auch täglich auf Facebook und Co. zu erkennen ist. Neue Parks sprießen wie Pilze aus dem Boden und das Interesse wird größer, aber auch kommerzieller.
Wie stehst du zu dieser Entwicklung?

Da muss ich dir zustimmen und muss sagen, dass ich sehr froh darüber bin.
Es ist ein wirklich toller Sport und diese steigende und positive Entwicklung ist einfach großartig.11310967_844764938936559_1906814876_n
Es bringt uns Menschen auf eine gute Art und Weise zusammen und lässt uns gemeinsam auf unsere Ziele hinarbeiten. Ich hoffe, dass ich in naher Zukunft auch einen Teil zu dieser Entwicklung beitragen kann.

Der Entwicklung trägst du schon bei, so viel können wir dir versichern. Aber um noch einmal auf deinen harten Trainingsweg zurückzublicken, möchten wir mehr über deine Ernährung erfahren. Verfolgst du derzeit irgendeine Diät, verzichtest du bewusst auf diverse Lebensmittel oder wie handhabst du den einflussreichen Part „Ernährung“ in deinem Lifestyle?

Momentan bin ich einem kleinen Kalorienüberschuss bis zu einem neutralen Bereich. Hierbei esse ich 5 bis 6 Mahlzeiten am Tag in einer bestimmten Zeitfolge, in der ich darauf achte gesund und ausreichend an Kohlenhydraten, Eiweiß und Fetten zu mir zu nehmen. Ich versuche mich so zu ernähren, dass ich nicht nur Muskeln aufbaue und gut
aussehe, ich versuche hierbei auch bewusst – soweit es geht – eine gesunde Schiene zu fahren.

11354913_844764912269895_208452106_nSomit verzichte ich auf Fastfood, wie Pizza, Burger, Döner etc., auf Süßigkeiten, Schokolade, Fertigprodukte usw. Zudem trinke ich auch keine Säfte, Softdrinks oder Zero-Zucker Produkte.
Wie du sehen kannst verzichte ich auf einige Sachen um meine Ziele und Träume zu verwirklichen.

Einmal die Woche gibt es den Cheatday bei mir, einfach um die Motivation aufrecht zu erhalten und mich für die Disziplin zu belohnen.
An diesem Tag esse ich das, was ich möchte bzw. worauf ich einfach gerade Lust habe, ohne zu bedenken ob dies gesund ist oder nicht. Natürlich versuche ich es nicht zu übertreiben und gönne mir nur das worauf ich wirklich Lust habe.

Und ich muss erwähnen, je mehr man den Lifestyle „Gesunde Ernährung und Sport“ lebt umso weniger fehlt einem das ganze Fastfood Zeug.

Auch weighted Pullups mit 20 KG Sand gehören zu seinem Workout. Wie ich sehe, ziehst du das volle Programm diszipliniert durch um immer weitere
Fortschritte zu machen.

Das Schlusswort trägst du:
Möchtest du deinen Lesern und allen anderen Cali-Athleten aus der Szene noch etwas mitteilen oder etwas loswerden, dann hast du jetzt die Möglichkeit.

Es hat mich sehr gefreut, meine sportliche Entwicklung und ein paar Sachen über meine Person mit euch teilen zu dürfen.  Nochmals ein großes Dankeschön an Auch im Urlaub lässt Rawil das Training nicht ausfallen - Leg Raises in BulgarienCalisthenics Germany. Und hier noch einige Worte zum  Schluss.

Liebe Leser, es ist ganz egal was euer Ziel oder Traum ist, Ihr müsst bereit sein alles dafür zu tun, wenn Ihr diese verwirklichen wollt. Ihr dürft eure Wünsche nicht einfach auf leeren Worten beruhen lassen. Ganz egal wie sehr es auch weh tut, bleibt dran, denn irgendwann wird sich alles bezahlt machen. Geht raus und zeigt der Welt, was wirklich in euch steckt und was für tolle Menschen Ihr seid!

Vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch. Wir freuen uns auf ein nächstes Interview in einem oder zwei Jahren mit einem kleinen Rückblick auf deine bis dahin gemachte Entwicklung. Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg und weitere Fortschritte bei deinem
Training.

Rawil Romeo auf Facebook.

Gespräch am 21.05.2015 – 19:30 Uhr

Infos zu den Bildern:
– erste zwei Vergleichsbilder: 87 kg bei erhöhtem KFA, derzeit 88 kg
– weighted Pushups mit 50 kg Lebendgewicht und 10 kg Weste
– Pullups mit 20 kg Sandgewicht
– Legraises in Bulgarien

Ein Kommentar

  1. Hallo
    Wirklich sehr beeindruckend. Du erzähltest von einer früheren verletzung,die dich monatelang ausser gefecht gesetzt hat. Ist es jetzt, bei deinem sehr umfangreichen und hartem Training nochmals zu verletzungen gekommen? Wenn nicht,wie vermeidest du solche
    Frank

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