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Einleitung zur Prävention 

/ 2 Kommentare / 2890 Aufrufe / 10. Mai 2015

In der Laufbahn eines jeden Sportlers, unabhängig ob Hobbyathlet oder Leistungssportler, können im Laufe der Zeit Verletzungen oder Beschwerden auftreten, die häufig in eine Beeinträchtigung der Gesundheit und der Bewegungsfähigkeit münden. Gerade im Street Workout, wo durch das Nutzen des Körpergewichts in Verbindung mit langen Hebeln oder explosiven Ausführungen hohe Kräfte auf den Bewegungsapparat einwirken können, schleifen sich schnell fehlerhafte Ausführungen ein, die meist langsam regenerierendes Gewebe wie Sehnen, Bänder und Knorpel schädigen.

Die erste Maßnahme und oberste Regel beim Auftreten von Schmerzen sollte eine Pause der Aktivität sein. Unabhängig davon, ob die aktuellen Symptome durch Traumata wie Stürze und ruckartige Bewegungen oder durch langfristige Überbelastungen hervorgerufen wurden, braucht der Körper vor allem Zeit und Ruhe, um regenerieren zu können. Bei Fortbestehen der Beschwerden sollte in jedem Fall ein medizinisch geschulter Fachmann aufgesucht werden. Wir möchten und können keinen Ersatz für einen Arztbesuch bieten und erst recht keine Ferndiagnosen auf Basis einiger Symptome stellen.

Ziel der folgenden Artikel und des Forums soll die Prävention möglicher Probleme oder Verletzungen und nicht deren Diagnose und Therapie sein. Unter Prävention sind jegliche Maßnahmen zur Vorbeugung von Verletzungen, zur Vermeidung von Dysbalancen und zur Aufrechterhaltung einer langfristigen Fitness. Daher werden im Rahmen der Prävention Methoden zur Analyse von Fehlbelastungen und Dysbalancen sowie Übungen zu deren Beseitigung bereitgestellt. Nebenbei wollen wir ein grundlegendes Wissen über die Funktion des Bewegungsapparates vermitteln und auf häufige Fehler und Schwachstellen in Übungsausführungen hinweisen.

Oft werden Einschränkungen der Beweglichkeit durch fehlerhafte Ausführungen kompensiert, was zu unausgeglichenen Abnutzungen des Bewegungsapparates führen kann. Daher wird der Erhalt und der Rückgewinn der vollständigen Range of Motion (ROM) im Mittelpunkt stehen. Hierfür müssen die Grundlagen der Beweglichkeit und Flexibilität vermittelt und auf dieser Basis allgemeine Methoden erklärt werden. Mit Hilfe simpler Tests kann man dann Einschränkungen der Beweglichkeit selbst erkennen und anschließend beheben. Gerade bei fortgeschrittenen Übungen wie Backlever, Slow Muscle-Up oder Manna kann neben der Kraft die Beweglichkeit der limitierende Faktor sein, der meist nicht berücksichtigt wird.

Dass Calisthenics ein Verletzungsrisiko bürgt, wird bei der Suche in diversen Calisthenics bezogenen Communities offensichtlich. Regelmäßig wird bei Schmerzen in Schulter und Wirbelsäule um Rat ersucht. Die Lendenwirbelsäule muss teils enormen Kräften standhalten, die bei diversen Halteübungen auftreten. Zusätzlich werden Schwächen im Schultergürtel oft durch eine Aufgabe der Rumpfspannugn kompensiert, sodass die Lendenwirbelsäule überstreckt wird. So betraf fast ein Drittel aller Verletzungen in einer Umfrage den unteren Rücken. [1]

Die Schulter als fragile und hoch bewegliche Verbindung zwischen Rumpf und Armen ist den wirkenden Kräften teils nicht gewachsen. Zu schneller Fortschritt und Selbstüberschätzung führen oft zu einem Ungleichgewicht zwischen der wachsenden Kraft und der Belastbarkeit von Sehnen, Bändern und Knorpel. So kommt es, dass gerade die passiven Strukturen bei fast allen Verletzungen betroffen (95,6%)[1] sind, wie eine Umfrage bei australischen Calisthenics-Athleten 2003 ergab. An diesen Beispielen zeigt sich, wie wichtig der Erhalt einer stabilen Körperposition und eine kontrollierte Ausführung für ein verletzungsfreies Training sein kann.

 Quellen

[1] Injury in theAustralian sport of calisthenics: a prospective study

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12775207

2 Comment

  1. Servus!
    Guter Artikel bzw. gute Idee eine Serie darüber zu machen. Bei diesem Abschnitt:

    „Daher wird der Erhalt und der Rückgewinn der vollständigen Range of Motion (ROM) im Mittelpunkt stehen. Hierfür müssen die Grundlagen der Beweglichkeit und Flexibilität vermittelt und auf dieser Basis allgemeine Methoden erklärt werden.“

    … muss ich sofort an Gray Cook etc. denken. Ich bin gespannt, ob ihr daraus auch etwas entnehmen werdet.
    Die Beweglichkeit ist natürlich die absolut grundlegende Komponente. Denn wenn alles fest wie eine Mauer ist, dann wird diese unflexible Mauer bei den enormen Kräften irgendwann einreißen. Gerade bei Calisthenics wird es irgendwann hochintensiv für die Strukturen.
    Falls möglich fangt bitte mit der Schulter an. Die zwickt manchmal! :D

    Gruß,
    Ben

  2. Hallo.
    Vielen Dank, auf die kommenden Artikel werden einige bekannte Autoren Einfluß haben, darunter natürlich auch Gray Cook.
    Wir wollen anfangs aber noch keine „beliebigen“ Übungen vorstellen, sondern erst einige Grundlagen vermitteln und darauf aufbauend dann für die einzelnen Regionen Mobilisationen, Dehnungen und Kräftigungen vorstellen.
    Da Ferndiagnosen grundsätzlich schwer sind, werden verschiedene Tests im Vordergrund stehen. Beispielweise ein Innenrotationstest in der Schulter und anschließend Übungen zur deren Verbesserung.
    Die Schulter und die Wirbelsäule werden als häufigste Problemzonen natürlich als erstes behandelt, aber auch die Beine sollen nicht zu kurz kommen ;)

    Gruß
    rabe

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